| Florian
Vollmers Die Normalität ist das Ungeheuer BÜBCHEN / DER KLEINE VAMPIR, 1968, Regie: Roland Klick |
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Als alltagsgeschichtliches Dokument der sechziger
Jahre in der BRD ist Roland Klicks
BÜBCHEN / DER KLEINE VAMPIR eine Ausnahmeerscheinung. Der
in der Filmgeschichtsschreibung relativ unbeachtete Film zeichnet ein
bedrückendes, authentisches Bild vom "Muff" der Adenauer-Ära.
In seiner Haltung gegen die Regeln des Unterhaltungskinos ist der Film
radikal.
Roland Klicks Debütfilm BÜBCHEN , im Frühjahr 1968 gedreht, rief bei seiner Premiere Anfang 1969 Irritationen hervor. Die Ungeheuerlichkeit, daß ein kleiner Junge hier gänzlich unmotiviert und scheinbar emotionslos seine kleine Schwester tötet, zeigt der Film völlig ruhig und fast dokumentarisch. Die Kritik fragt nach Ursachen, – sozialer, psychischer oder anderer Natur -, die dem Zuschauer das Verbrechen verständlich machen könnten. Da BÜBCHEN keine Antworten liefert, wird er zunächst zurückgezogen. Zwei Jahre später kommt er unter dem reißerischen Titel DER KLEINE VAMPIR erneut in die Kinos. Jetzt sind die Reaktionen schon wohlwollender. |
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Klick schildert in seinem Film neunzig Minuten Alltag pur – Alltag der auslaufenden Adenauer-Ära, der alltägliche Muff der sechziger Jahre und die Monster, die er gebären kann. Schon innerhalb der ersten Minuten wird in einfach gebauten, aber präzisen Bildern das Porträt einer Familie im Kleinbürgermilieu gezeichnet. Ihr immer gleicher Alltag, ihr trister Lebensraum vermitteln sich sofort und direkt. Die Kadrierung engt die Personen in Rahmen und zwischen Balken ein. Ihre traurigen Gesichter werden vor einen tristen Hintergrund gesetzt. Die grellen Farben ihrer Kleidung, Haare und Schminke wirken wie ein verzweifeltes Aufbegehren gegen die Trostlosigkeit ihres Daseins. |
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| DIF, 3.4.2000 |
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